Enthältvermerk mit Autorennennung:
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Erstellt von Herrn Helge Weingärtner, Zitieren des Autors erforderlich: Bestätigung des Erhalts des Schreibens vom 17. Janaur durch den Boten Oßbolt Weber. Bezüglich der Beiden, denen nachzuforschen war, muss Wolf betonen, dass er wirklich nicht mehr erfahren konnte, als was er in seinem vorigen Brief [= Nr.554] mitgeteilt hat. Jer<onim>us und S<ebalt> Tucher sind beide noch sehr kindisch, und beide halten sich gern in Gesellschaft auf. Dass sie aber etwa Geld mit Weibern oder beim Spiel vertun, ist nicht ersichtlich. Wolf kam am 24. d.M. aus Lyon hier an. Er erkundigte sich bezüglich des Geschäfts bei Asimus Tucher. So zeigt sich, dass Hieronimus trotz Ermahnungen durch Linhart, und trotz Instruktionen durch Wolf, immer noch nicht spurt. Befehle beantwortet er mit guten Worten, vergißt aber oft deren Ausführung. Wolf muss sagen, Hieronimus ist Je lenger, Je unfleysiger. Für seine schriftlichen und mündlichen Hinweise erhielt Wolf auch keinen Dank. Die Abrechnung bezüglich der Beiden ergibt u.a. auch Schulden, z.B. des Hieronimus bei Conrat Scheufelein, aber auch beim Wirt zum Pern. Hieronimus behauptet, diese Summe schulde vielmehr der Wirt ihm. Auf Vorhaltungen antwortete er lediglich, das sei schon so lange her. Inzwischen fand Wolf heraus, dass Hieronimus sehr wohl um Geld spielt, meist bei C. Scheufelein. Frage, ob man Hieronimus noch hier lassen sollte. Ein weiterer Geselle ist der Schweizer Piro Lewin, der aber momentan nicht hier ist. Abgänge in der hiesigen Rechnung sind noch nicht aufgeklärt, aber der Abgang an Draht rührt wohl daher, das Sebalt, als er hier war, denen von Nantuas 4 Fass Draht ausgehändigt hatte. Dem Sebalt hinterließ Wolf einige Instruktionen. Servietten besorgte Wolf in Lyon, aber Tischtücher konnte er nicht auftreiben. Den Boten Wilhelm Wagner traf Wolf zu Samerys, wo er auch den Brief der Kompanie einsehen konnte. Safran verkauft sich demzufolge augenblicklich nicht gut. Tuche diverser Sorten und Farben konnten in Lyon erworben werden. Gillame Menestroll erwartet weitere Lieferungen in Lyon, darunter etliche Tuche der Farbe girasol [= Sonnenblume]. Dem Boten Wagner gab Wolf ein Brieflein an Vyezentz Perckham<er> mit, damit dieser weitere Tuche kaufen kann. Von Rotengatter erhielt Wolf ein Schreiben, datiert 29. Januar, aus Bourdeaus, wonach die Flotte immer noch nicht angekommen ist. Der von Tholosa nach Bourdeaus transportierte Pastell ist aber, da das Schiff 7 Wochen unterwegs war, schlecht verwahrt gewesen, sodass die Säcke schadhaft sind. Diesen Brief gibt Wolf dem Vinzenz mit, welcher heute zusammen mit Hieronimus Tucher nach Colong<en ?> reitet. In Lyon und Mullnell ist der Vorrat an Sammet fast aufgebraucht, da Jeronimus Pansa und Ihan Fauschon 6 Kisten für Antwerpen gekauft haben. Fraglich, ob die eigene Firma noch etwas wird kaufen können. Das Konto in Lyon weist deutliche Überschüsse aus, sodass man die Tuche sicher zahlen, und auch dem France Benesit 2000 Gulden zusenden kann. Die Reisepferde erwähnt. Eines soll verkauft werden. Den Hieronimus will Wolf in Lyon unter seine Obhut nehmen, damit er sich den Handel besser zu Herzen nimmt. Aus Lyon erfuhr man, der König habe ein Schermytzel verloren, wobei ihm um die 3000 Mann gefallen sein sollen. [Nachtrag:] Der Schwager Linharts, L<inhart>. Nutzel, verhält sich bei seinem Herrn in C//a [= Carcassonne] sehr ordentlich, und man hört nur Gutes über ihn.
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Personennamen:
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Benezit, Francois; Fauschon, Jean; Franz I. von, Frankreich; Lewin, Piero; Menestrol, Guilleaume; Nützel, Linhart; Pansa, Hieronimus; Perckhamer, Vinzenz; Rottengatter, N; Scheufelein, Contz; Tucher, Erasmus; Tucher, Hieronimus; Tucher, Linhart; Tucher, Sebald; Tucher, Wolf; Wagner, Wilhelm; Weber, Oswald
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